Dieser Artikel wurde von lizenzierten US-amerikanischen Medizinerinnen und Medizinern verfasst und ins Deutsche übersetzt. Er dient zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Vielleicht hast du diese Auswirkungen schon in deinem Menstruationszyklus bemerkt, z. B. dass sich deine Periode bei länger anhaltendem, starkem Stress verspätet. Bei extremem Stress wird die Kampf-oder-Flucht-Reaktion ausgelöst, und alle Systeme, die nicht fürs Überleben nötig sind, fahren herunter – auch dein Fortpflanzungssystem. Frauen unter dauerhaftem Stress ovulieren möglicherweise unregelmäßiger. Dadurch ist es schwieriger, das fruchtbare Fenster genau zu bestimmen und den besten Zeitpunkt für den „Baby-Tanz“ zu kennen, um erfolgreich schwanger zu werden.
Welche langfristigen Auswirkungen hat Stress auf deine Fruchtbarkeit?
Wenn dein Gehirn über einen längeren Zeitraum starkem Stress ausgesetzt ist, beginnt es, Signale an den Hypothalamus zu senden. Dieser verbindet das Nervensystem mit dem endokrinen (Hormon-)System und reguliert die Hypophyse. Gemeinsam steuern Hypothalamus und Hypophyse die Hormone, die an der Ovulation beteiligt sind, z. B. das LH-Hormon, das in Ovulationstests gemessen wird. Stresshormone wie Cortisol stören die Signalübertragung zwischen Gehirn und Eierstöcken, was wiederum den Eisprung beeinflussen kann.
Studien deuten sogar darauf hin, dass Stress auch Aspekte der Fruchtbarkeit jenseits des Eisprungs beeinflussen kann – darunter Probleme bei der Befruchtung und der Einnistung in der Gebärmutter. Eine in der Fachzeitschrift Reproductive Biology and Endocrinology veröffentlichte Studie stellt fest: „Sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch bei unfruchtbaren Personen war Distress jeweils mit geringeren Empfängnisraten und langen Menstruationszyklen (≥35 Tage) sowie schlechteren Ergebnissen der Reproduktionsmedizin verbunden, darunter die Anzahl entnommener Eizellen, Befruchtungs-, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten. Außerdem wurden bei unfruchtbaren Frauen ‚chronische‘ lebenslange psychosoziale Stressoren ebenfalls als nachteilig für die ovarielle Reserve identifiziert.“
Was kannst du tun?
Atem- und Dehnübungen
Versuche, dreimal tief und gleichmäßig durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen. Um deine Nackenmuskulatur zu dehnen, lass deinen Kopf bei jedem Einatmen nach oben kommen und senke beim Ausatmen das Kinn zur Brust.
Geh an einen besonderen Ort
Schließe die Augen und stell dir einen Ort vor, an dem du dich friedlich gefühlt hast – einen Strand, einen Wald oder einen Bergpfad. Verweile gedanklich dort, schau dich um, nimm die frischen Düfte wahr und entspann dich.
Informiere dich
Wissen ist Macht. Informiere dich über die Schwangerschaft – mach dich mit den verschiedenen Hormonarten und den Hilfsmitteln vertraut, die dir zur Verfügung stehen. Wenn du die Ursachen von Unfruchtbarkeit und die Möglichkeiten einer natürlichen Empfängnis verstehst, kannst du bessere Entscheidungen treffen und fühlst dich mehr in Kontrolle.
Finde Unterstützung
Erkläre deiner Familie und deinen Freunden, was du erlebst, damit sie verstehen, was du durchmachst. Tritt einer Selbsthilfegruppe bei oder nimm an einem Programm teil, das dir die Möglichkeit bietet, andere kennenzulernen, die Ähnliches erleben.
Wir bei Premom wissen, dass Fruchtbarkeit mehr ist als nur Tracking. Wir unterstützen dich auf deinem Weg zu einer gesunden Schwangerschaft – mental, emotional und körperlich.
Referenzen
- Palomba S, Daolio J, Romeo S, Battaglia FA, Marci R, La Sala GB. Lebensstil und Fruchtbarkeit: der Einfluss von Stress und Lebensqualität auf die weibliche Fruchtbarkeit. Reprod Biol Endocrinol. 2018 Dec 2;16(1):113. doi: 10.1186/s12958-018-0434-y. PMID: 30501641; PMCID: PMC6275085.
- Rooney, K. L., & Domar, A. D. (2018). The relationship between stress and infertility. Dialogues in clinical neuroscience, 20(1), 41–47. https://doi.org/10.31887/DCNS.2018.20.1/klrooney
| "Helping women track their ovulation in a smarter way" |






