Dieser Artikel wurde von lizenzierten US-amerikanischen Medizinerinnen und Medizinern verfasst und ins Deutsche übersetzt. Er dient zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wenn du dich mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigst, hörst du in Chats, E-Mails oder sogar bei deinen Google-Suchen oft von verschiedenen Fruchtbarkeitsmedikamenten! Wir stellen einige der häufigsten Erstlinien-Behandlungen vor – darunter Letrozol/Femara, Clomifen/Clomid und Medroxyprogesteron/Provera – und erklären, wie ihre Anwendung deinen Zyklus beeinflussen kann.
Arten von Fruchtbarkeitsmedikamenten
Letrozol/Femara
Letrozol (Markenname Femara) ist ein sogenannter Aromatasehemmer. Das bedeutet, dass es die Umwandlung verschiedener Hormone in Östrogen blockiert. Für die Fruchtbarkeit wirkt Letrozol so, dass es deinem Gehirn im Grunde „vorgaukelt“, es sei nicht genug Östrogen vorhanden. Dadurch wird die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) angeregt, mehr FSH (follikelstimulierendes Hormon) zu bilden, was wiederum mit deinen Eierstöcken „spricht“ und sie dazu stimuliert, eine Eizelle zu produzieren!
In der Regel wird es nur etwa 5 Tage zu Beginn deines Zyklus angewendet und danach abgesetzt, da es im Wesentlichen nur als Auslöser für die Follikelbildung dient. Die Hoffnung ist, dass das Medikament die Follikelbildung anstößt. Danach wächst und reift die Eizelle weiter und wird beim Eisprung freigesetzt! Ziemlich clever, oder?
Clomid
Clomid bzw. Clomifencitrat ist ein Östrogenmodulator, der Letrozol ähnelt, da er den Eisprung auslöst. Clomid hilft, die Eierstöcke zur Eizellproduktion anzuregen, indem es Östrogenrezeptoren im Gehirn blockiert und dem Gehirn signalisiert, dass kein Östrogen vorhanden ist. Daraufhin schüttet das Gehirn follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH) aus, die die Follikelentwicklung fördern. Ein möglicher Nachteil von Clomid ist eine Ausdünnung der Gebärmutterschleimhaut, da durch die Blockade der Östrogenrezeptoren im Endometrium die Schleimhautverdickung verhindert wird. Ein weiterer ist eine Veränderung der Konsistenz des Zervixschleims. Das wird bei Letrozol nicht so häufig beobachtet.
Provera
Wenn du schon von Letrozol gehört hast, hast du wahrscheinlich auch von Provera gehört! Oft wird dieses Medikament eingesetzt, um eine Periode auszulösen, bevor mit Letrozol oder Clomid begonnen wird – vor allem, wenn jemand schon länger keinen Zyklus hatte.
Provera ist der Markenname für Medroxyprogesteron, eine synthetische Form von Progesteron, die eine Periode auslöst, nachdem sie ausgeblieben ist. Es ahmt nach, was in der Lutealphase des Menstruationszyklus natürlicherweise passiert: ein Anstieg und dann ein schneller Abfall des Progesterons, der den Beginn der Menstruation auslöst. Da es sich in diesem Fall jedoch nicht um echtes Progesteron handelt, sondern um eine synthetische Form, die sehr fest an Rezeptoren bindet, wird sein Ausbleiben deutlich „bemerkt“! So testen manche Ärztinnen und Ärzte auch auf eine sogenannte hypothalamische Amenorrhö – eine Erkrankung, bei der die Hypophyse nicht auf Rückmeldungen reagiert. Vielleicht hast du auch schon gehört, dass Blutungen nach Provera als „Abbruchblutung“ bezeichnet werden.

Fruchtbarkeitsmedikamente und das Tracking deiner Fruchtbarkeit
Genug Pharmakologie – schauen wir uns an, wie diese Medikamente deine Beobachtungen im Menstruationszyklus verändern können!
Vielleicht fragst du dich jetzt: Wie verändern diese Medikamente meinen Zyklus und meine Testergebnisse?
Ovulationstests
Da Letrozol und Clomid dein FSH und LH erhöhen, solltest du – wenn dein Körper richtig auf das Medikament reagiert – sehen, dass deine LH-Werte ansteigen und dann ihren Peak erreichen, genau wie bei einem normalen Eisprung!
Diese Medikamente ermutigen deinen Körper im Grunde nur dazu, so zu ovulieren, wie er es normalerweise tun sollte. Typischerweise wird das Medikament an den Zyklustagen 3–7 eingesetzt, und mit LH-Tests solltest du schon ab Tag 8 beginnen, damit der LH-Anstieg nicht verpasst wird. Der einzige Unterschied, den du möglicherweise bemerkst: Je nachdem, an welchem Zyklustag du mit Letrozol oder Clomid beginnst, kann dein Eisprung früher oder später stattfinden, als du es gewohnt bist.

Zervixschleim-Tracking
Bei Clomid kannst du Veränderungen deines Zervixschleims bemerken. Wie oben beschrieben, blockiert Clomid Östrogen – und Östrogen ist das Hormon, das die schöne, eiweißartige Konsistenz von fruchtbarem Schleim unterstützt! Wenn der Östrogenspiegel gestört ist, verändert sich die Konsistenz von deinem Zervixschleim.
Progesteron- und BBT-Tracking
Bei der Anwendung von Provera ist es wichtig zu verstehen, dass es natürliches Progesteron nachahmt. Wenn du also während der Einnahme von Provera einen Progesterontest machst, kann das zu einem falsch-positiven Ergebnis führen. Außerdem hat die Forschung gezeigt, dass synthetisches Progesteron weiterhin einen thermischen Effekt auf den Körper hat. Du kannst also damit rechnen, dass deine BBT während der Einnahme des Medikaments ansteigt und nach dem Absetzen schnell wieder abfällt – genau wie bei einer typischen Menstruation.
Medikamente können schnell verwirrend werden; hab keine Scheu, deiner Ärztin/deinem Arzt alle Fragen zu stellen, die du hast, bevor du mit einer Kinderwunschbehandlung beginnst. Es gibt oft viele Optionen, und wenn du deine Sorgen und Wünsche ansprichst, kann deine Kinderwunschärztin/dein Kinderwunscharzt den idealen Behandlungsplan finden – genau für dich!

Referenzen



